Kleine Kinder sind spannend, lustig, spontan und vor allem eins: so unberechenbar! Einblicke in meinen bunten Alltag als Spielgruppenleiterin. Viel Spass!
Dienstag, 23. August 2011
Ablösung
Heute Nachmittag war es soweit: Der erste richtige Spielgruppentag. Es war eine richtige Freude. Es sind alles so liebe Kinder. Vielleicht ist ein Urteil heute noch etwas zu früh, aber ich glaube das gibt eine richtig gutes Jahr mit einer tollen Gruppe. Bis auf einen Jungen hatte auch kein Kind Probleme mit der Ablösung vom Mami. Der Junge der noch Mühe hatte, machte seinem Kummer jedoch richtig lautstark Luft. Sein Mami war aber überzeugt, dass er nur "theatert" und sie das jetzt durchziehen will und ging. Nach einer Stunde rief ich sie mal an zur Info, dass er immer noch weint. Das war auch zu meiner Absicherung, denn bei Ablöseproblemen der Kinder ist mir immer sehr wichtig, zu erfahren, was die Mutter für eine Haltung hat, sodass wir gemeinsam ein Lösung finden können, die für alle Seiten stimmt. Sie wollte hart bleiben. Ich habe auch den Eindruck, dass wir das die nächsten paar Mal noch so versuchen können, bis er die Sicherheit hat, und weiss, das die Spielgruppe immer gleich abläuft und Mami immer wieder kommt. So weinte er halt weiter. Er tat mir aber schon leid. Ich ging immer wieder zu ihm, um ihm zu zeigen, dass er nicht allein ist, und ich seinen Kummer verstehe. Ich liess ihm die Wahl, in der Garderobe sitzen zu bleiben oder reinzukommen. Er entschied sich für die Garderobe, wo er weiter herzzerreissend weinte. Fürs Schlusskreisli, wo er dann merkte, jetzt kann's wirklich nicht mehr lange dauern, kam er dann doch dazu und suchte sich ein Tiersymbol für seinen Stuhl aus und hörte beim "Adieu"-Lied zu. Da nun auch keine Mamis mehr anwesend waren, traute sich auch endlich unsere Spielgruppen-Plüschkuh "Theresli" etwas zu den Kindern zu sagen. "Theresli" ist nämlich ganz scheu und spricht nie, wenn noch Erwachsene in der Spielgruppe sind... Als ich den traurigen Jungen beim Tschüss-Sagen fragte, ob er denn nun am Donnerstag wieder kommt, meinte er bestimmt: "Nein". Jetzt bin ich ja mal gespannt. Fortsetzung folgt....
Freitag, 19. August 2011
Los geht's!
Geschafft. Der erste Spielgruppentag gestern ging glänzend über die Bühne. Ich hatte ja im Vorfeld nicht so ein gutes Gefühl, warum weiss ich auch nicht. Nach dem ersten Tag zu urteilen, hat sich das Gefühl aber nicht bestätigt. Der erste Spielgruppentag ist aber auch etwas speziell. Die Mamis bleiben noch die ganze Zeit dabei. Es geht darum, einander kennen zu lernen, ich habe ein paar Infos und dann basteln wir gemeinsam etwas (dieses Jahr einen Geburtstagsmond mit Foto des Kindes, am Geburtstag kommt das Foto zum Vorschein) bevor dann der gemütliche Teil folgt mit Kaffee und Kuchen. Aber eben, so richtig ohne Mamis geht die Spielgruppe erst am Dienstag los. Ohne Mamis sind die Kinder oft ganz anders, oder haben noch Trennungsängste. Da bin ich ja mal gespannt...
Mittwoch, 17. August 2011
Morgen gehts los!
Da bin ich wieder! Die Sommerferien, die ihrem Namen keine Ehre gemacht haben sind vorbei. Heute Vormittag hiess es Spielgruppenlokal einrichten und backen für den ersten Spielgruppentag morgen. Wie jedes Jahr bin ich aufgeregt: neue Kinder, neue Mütter. Da ich die diesjährigen Kinder noch nicht so gut kenne (der Altersunterschied zu meinen Kinder wächst halt von Jahr zu Jahr), weiss ich noch überhaupt nicht, was mich so erwartet. Bin ja mal gespannt.
Dienstag, 12. Juli 2011
Sommerschlaf
Gestern kam noch der letzte Streich: Das Spielgruppenlokal putzen. Alles rausräumen, putzen und wieder einräumen. Jetzt geht die Spielgruppe in einen fünfwöchigen Sommerschlaf....
Donnerstag, 7. Juli 2011
Adieu!
Heute war es soweit: Ein letzes Mal begaben wir uns auf Bärenjagd. Das letzte Blatt bekam einen Raupenaufkleber. Das Wetter meinte es heute auch nochmal gut mit uns. So konnten wir draussen spielen und Znüni essen bevor wir einen kleinen Apérotisch vorbereiteten. Eine halbe Stunde vor Spielgruppenschluss kamen dann die Mamis und z.T. Papis dazu. Gemeinsam liessen wir das Spielgruppenjahr bei schönem Sommerwetter, einem Becher Orangensaft, Chips und Gemüsestäbli ausklingen. Zum Abschied bekamen die Kinder noch eine Foto-CD mit. Voller Stolz überreichten die Kinder mir ein Geschenk:
Etwas wehmütig schaue ich auf ein buntes, interessantes, reiches, manchmal auch anstrengendes Spielgruppenjahr zurück. Doch - diese Kinder werde ich vermissen. Und das war nicht jedes Jahr so...
Etwas wehmütig schaue ich auf ein buntes, interessantes, reiches, manchmal auch anstrengendes Spielgruppenjahr zurück. Doch - diese Kinder werde ich vermissen. Und das war nicht jedes Jahr so...
Dienstag, 5. Juli 2011
"Spielgrüppchen"
Heute hatten wir das zweitletzte Mal Spielgruppe. Das heisst: Spielgrüppchen. Es kamen nämlich nur vier Kinder, von den anderen waren zwei krank und zwei auf einem Ausflug. Daher ging es heute ziemlich ruhig zu und her, obwohl eigentlich die ruhigeren Kinder fehlten... Wir waren natürlich wieder draussen. Im Spielgruppenlokal ist es auch nicht mehr gemütlich: Alle Zeichnungen, Bilder und Basteleien sind abgeräumt, alles ist leer und bereit für die grosse "Sommerputzete". Es riecht förmlich nach Spielgruppenabschluss.
Freitag, 1. Juli 2011
Der Countdown läuft...
Noch zweimal kommen meine Spielgruppenkinder, dann heisst es Abschied nehmen. Sie sind schon ganz hibbelig. Wen wundert's? Vermutlich werden sie pro Tag sicher zwanzigmal gefragt: "Aha, du kommst jetzt in den Kindergarten? Bist du schon so ein grosser? Freust du dich?" Natürlich darf das Kind auf diese Frage unter keinen Umständen mit "nein" antworten. Da wird schon ein "ja" erwartet, auch wenn das Kind zwiespältige Gefühle hat was den Kindergarten betrifft. Es weiss ja noch gar nicht was auf es zukommt... Diese unterdrückten Gefühle kommen dann meistens in der Spielgruppe zum Ausdruck. Und meine Aufgabe ist es, diesen Gefühlen Raum zu geben. Manchmal ist das nicht ganz einfach und kostet einiges an Nerven. Daher meine Bitte an alle Eltern: Sollte ihr Kind nach den Sommerferien in den Kindergarten oder in die Schule kommen, lassen sie ein "nein" zu. Ihr Kind wird trotzdem hingehen und dann sein Urteil machen. Ziemlich sicher wird dieses Urteil positiv ausfallen. Mein Sohn durfte auch offen sagen, dass er sich nicht auf die Schule freut. Nach einem halben Jahr hat er mir eines morgens beim aufstehen erklärt: "Mami, ich gehe jetzt gerne zur Schule, da lernt man so viel Interessantes!"
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